Verliebt in Lissabon

Noch niemals zuvor war ich in Lissabon. Die Gelegenheit zu einem Kurz Trip dorthin kam überraschend, und ich war auf mein Reiseziel wenig vorbereitet. Die Aussicht auf Sonne und angenehme Temperaturen ließ mich nicht lange überlegen. 3 Tage Lissabon, davon will ich euch berichten.

Am ersten Tag nach meiner Ankunft, zeigt sich Lissabon von seiner nassen Seite. Ich meine, wirklich nass! Die Kanalisation ist hoffnungslos überfordert, und das Wasser strömt die Straßen hinab. Im nullkommanichts hatte ich pitschnasse Füße.
lissabonregen

Die Palmen bogen sich im Wind, und der Himmel war grauschwarz. Ich verbrachte einige Zeit in der U-Bahn an diesem Tag, und wer jetzt denkt, das ist langweilig, der hat sich schwer getäuscht. Die U-Bahnhöfe sind mehr oder weniger Kunsthallen, und es lohnt sich aus zusteigen und sich umzuschauen.

lissabonkunstmetro1Kunst aus Kork lissabonkunstmetro2tolle Mosaiken

lissabonkunstmetro3

Es gibt 4 U-Bahnlinien in Lissabon, die rote, die blaue, die grüne und die gelbe Linie. Ist kinderleicht zu merken. Die tollsten Bahnhöfe hat die rote Linie.

Aufgrund des Hamburger Wetters kaufte ich einen großen Regenschirm und begab mich auf einen Spaziergang durch die Altstadt. Mann nimmt die U-Bahn bis Restauradores, dann steht man gleich mittendrin. Lissabon ist wirklich alt. Es hat eine wechselvolle Historie hinter sich, wurde von den Mauren erobert, war mehrere Jahrhunderte unter spanischer Herrschaft, und wurde von einem Diktator regiert. All das hat im Stadtbild seine Spuren hinterlassen, und man bräuchte Wochen, um alles anzuschauen.

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Am Ende der Altstadt liegt der große Strom Tejo und von dort genießt man einen tollen Ausblick auf einen schönen Platz samt Agora. Selbst bei Mist Wetter beeindruckend. Da es an diesem Tag auch echt kalt war, habe ich mir ein paar heiße Maronen gegönnt.

lissabonmaronen

Wenn man mag, kann man mit einem Tuktuk fahren. Die sind in Lissabon groß in Mode und stehen an jeder Ecke herum. lissabontuctuc

Viele sind 100% Elektro-Cars. Das findet auch die Polizei gut, deshalb haben sie sich sowas nachgebaut.lissabonpolklein

Am nächsten Tag zeigt sich Lissabon von seiner sonnigen Seite. Nach einem Frühstück in einem der tausend Cafés, zog ich los, die Burg „Castel de S. Jorge“ besichtigen. Die Burg wurde im 11. Jahrhundert von den Mauren erbaut, als Lissabon unter muslimischer Herrschaft war. Die Burg thront über der Altstadt, und hat auf mich eine magische Anziehungskraft. Ich wusste nicht genau, wie man zur Burg kommt, und so marschierte ich auf gut Glück los. Schon nach wenigen Meter begegnete ich einer Nonne, und beschloss ihr zu folgen. `Guided by god`dachte ich mir im Stillen.

lissabonnun

Als die Nonne in einer Kirche verschwand, begann ich, einige sehr kleine Gassen hinaufzusteigen. Zu meiner Überraschung erwartete mich erneut Kunst.

lissabonalt An den Wänden hingen Holztafeln mit Fotografien von alten Menschen, die in diesen Gassen gelebt haben. Sehr stolze, und persönliche Portraits.

Und wie durch Zauberhand erschien am Ende der Gasse ein Hinweisschild zu der Burg. In wenigen Minuten war ich oben angekommen. Die Burg ist ein Museum, und es kostet 8,50€, um sich wie ein Burgfräulein zu fühlen. Wenn man in die Burganlage hineinkommt, wird man voll automatisch zu einer großen Aussichtsplattform herangezogen. Der Blick von dort auf Lissabon ist atemberaubend.

lissabonaussicht

Von dort ging ich weiter durch eine alte Prachtstraße,

lissabonburg

und hinein in den Burginnenhof. Dieser war zu früher Stunde noch menschenleer. Ich setzte mich auf eine Steinbank in die Sonne, bestaunte die Korkeichen, hörte den Vögeln zu und genoss jeden Moment.

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Es ist erlaubt in der ganzen Burg herumzuklettern, und das tat ich ausgiebig. Dabei entdeckte ich die Camera obscura, die dort eingebaut ist.

lissaboncamera Die Camera ist ein Rohr, welches aus einem der Wehrtürme hinausschaut, versehen mit 2 Linsen. Am anderen Ende des Rohres gibt es eine weiße Platte, auf der das Bild gezeigt wird, welches die Linsen einfangen. Das Rohr kann man drehen. Und so entsteht ein 360 Grad Bild von Lissabon. Denn die Camera sitzt auf eine sehr hohen Punkt. Man kann die ganze Altstadt anschauen und bekommt einige Informationen über die Stadt. Ganz großes Kino!

Am nächsten Tag schien immer noch die Sonne, und es wurde wirklich warm, 21 Grad C. war die Spitzentemperatur.lissabontemp

Prima, dann ab zum Expo Gelände dachte ich mir. 1998 hatte Lissabon die Expo zu Gast, und daraufhin entstanden einige architektonische Perlen. So eine zum Beispiel lissabonexpo

Es gab auch eine Seilbahn auf dem Gelände, aber die stand still. Was mich nicht überraschte, den der Verfall des Geländes ist überall zu sehen. lissabonseilb

Bis ich den Grund des Stillstandes zu sehen bekam…..lissabonseilb.rep…Wartungsarbeiten!

Definitiv kein Job für mich!

Auf dem Gelände gibt es ein riesengroßes Meeres Museum, und freundliche Seesterne weisen darauf hin.
lissabonexpomosaik Leider fehlte mir die Zeit für einen Besuch.

An meinem letzten Reisetag wollte ich unbedingt mit der Straßenbahn fahren. Jeder Reiseführer schwärmt ja von der Tram 28. Noch viel spannender finde ich diese „Straßenbahn“. Sie ist eigentlich ein elektrischer Aufzug, heißt Gloria und bringt einen in 3 Minuten auf eine weitere Anhöhe in der Stadt.

 

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Einen letzen Kaffee in der Sonne gönnte ich mir auf dem Platz „Martim Moniz“, bevor ich die Heimreise ins kalte Deutschland antrat. Welch eine wunderbare Stadt. Ich komme wieder, ganz bestimmt!

lissabonwasserspiele