An der Algave, Portugal

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Ein weiteres Naturwunder sind die Störche, die in der Stadt nisten. Sie nehmen alles für ihre Nistplätze her, was sich anbietet. Laternen-Masten auf Verkehrsinseln, ausgediente Industrietürme, Kirchdächer und Baukrane. Über Tag sind sie auf den Inseln fischen, am Abend kehren sie Heim in ihre Nester.

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In großen Teilen erinnert die Landschaft an der Algave an eine Wüste. Es ist sehr trocken!

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Doch es gibt kleine grüne Oasen, an ausgetrockneten Flussläufen..

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oder Blütenzauber auf den Badeinseln. Dort gibt es gut gewässerte Vorgärten mit Palmen und Blüten-Büschen, einen deutschen habe ich auch gefunden! Seht her:

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Auf den Hügeln wachsen Orangen, Zitronen und Oliven,

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aber in der Stadt gibt es sehr wenig Bäume, Büsche oder Rasenflächen. Erstaunlich für so ein heißes Land. Als erstes würde ich mir einen Baum vors Haus pflanzen. Nur dort ist die Tageshitze erträglich.

Die Salzseen an der Algave, Portugal

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Als ich das erste Mal näher an die Salzseen herangehen konnte erwartete mich eine dicke Überraschung:

In den Seen fischen rosa Flamingos nach ihrem Abendessen! Aus irgendeinem Grund habe ich rosa Flamingos ausschließlich nach Florida und in Hagenbeks Tierpark verortet. Flamingos in freier Wildbahn hatte ich nie zuvor gesehen und war entsprechend begeistert. Und wer nicht glaubt das die wirklich rosa sind, hier noch ein Foto:

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Wie so oft im Leben, bekommt man die tollsten Dinge dann geliefert, wenn man nicht mit ihnen gerechnet hat. In diesem unerwarteten Moment habe ich mir eine ordentliche Kamera mit einem tollen Tele herbeigewünscht. Abends ziehen die Flamingos im Formationsflug zurück auf die Inseln. Ein Flamingo ist ganz klar das Leittier, und ich wusste auch nicht, das es so was bei Flamingos gibt. Bildungslücke geschlossen, und es war ein wunderschöner Anblick.

Nun aber zu den Salzseen. So sieht einer aus:

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und es reihen sich große Felder aneinander. Durch ein Röhrensystem wird frisches Meerwasser in die Seen eingespült, die sich je nach Tidehub füllen, oder eben auch leeren. Die Seen fallen unter der Hitze des Tages trocken, und Salz lagert sich an den Rändern ab.

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Oder auch an den Stöcken, Regenschirmen, Stühlen und so weiter, was irgendwelche Idioten in die Salzseen (mehr …)

Am Strand, Algave-Portugal

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Nachdem ich mir genug Gedanken über die Bauruinen gemacht hatte, forderte ich meine Reisebegleitung nachdrücklich auf an den Strand zu wollen. Schließlich hatte ich ja Urlaub!

Dieser kratzte sich sorgenvoll am Kopf. So einfach ist der Strandbesuch an der Algave nämlich nicht. Entweder man nimmt die Fähre zu einem der Badeinseln,

so sieht sie aus,

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und so von Innen. Die Fähre würde in Hamburg im „Museumshafen Övelgönne“ stehen, hier versieht sie aber täglich ihren Dienst.

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Oder man nimmt das Auto und fährt rund 40 Kilometer, wo man das offene Meer erreicht, oder man nimmt einen langen Fußmarsch über die Salzfelder in kauf. Über die Salzfelder erzähle ich euch in meinem nächsten Beitrag.

Wir entschieden uns für die Fähre und die Badeinseln, denn ich liebe es auf dem Meer zu sein.

Auch Strand, du bist einfach wunderbar. Jede Welle spült die Sorgen von daheim davon. Jede Muschel ein Stück lebendig gewordenes Meer!

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Ach Freude des Lebens, unter einem Sonnensegel oder in der Hängematte. Ein Beachclub, mit sanft wummernder „House-Mucke“, tauchte unverhofft im Weiten nichts der Dünen einer Badeinsel auf. Ein Platz, um stundenlang abzuhängen.

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Oh abendliches Glitzern des Meeres, du bist unbezahlbar schön.

 

 

 

 

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Und ach, es war einfach unbeschreiblich heiß. Immer zwischen 30° und 40° C, nur im Wasser und im (mehr …)

Häuser und Bausubstanz an der Algave, Portugal

Nachdem ich ausgiebig die Grafittis bewundert hatte, viel mir die Bausubstanz ins Auge.

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Es gibt unzählige baufällige Häuser und Bauruinen, in allen Größen und in allen Lagen.

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Mitten in der Stadt,

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oder einsam auf einem Berg.

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Ein halbfertiges Apartmenthaus in Hafen Nähe.

Als einzige Bewohner genießen herrenlose Katzen die alten Gemäuer,

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oder wilde Tauben.

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Ich fragte erst mich selbst, wie es zu diesem maroden Zustand kommen konnte. War es die wirtschaftliche Lage allgemein, die die Sanierung alter Häuser unmöglich machte? Ich fragte meine Reisebegleitung, welcher für längere Jahre in Portugal gelebt hat. Und er erklärte mir, das auch neben fehlendem Geld, Erbschaftsstreitigkeiten häufig ein Grund für den Verfall sei. Die Erben könnten sich nicht über die Verwendung des Hauses einigen, und so verfallen die Häuser im Laufe der Jahre und Jahrzehnte.