Studieren ü 50, zurück aus den Winterferien-rein in die Klausur Vorbereitung

Ich melde mich zurück aus den Weihnachtsferien, eine Pause, die dringend nötig war. 2 Wochen aus meinem alten Leben, in dem es noch keine Universität gab. 2 Wochen, in denen ich mir viel Abstand gönnte, und die gesammelten Studien Unterlagen einfach unter mein Bett schob. Stattdessen Familien Zeit und Schlittschuhlaufen. In den Weihnachtsferien ereignete sich für eine meiner Kommilitoninnen eine familiäre Katastrophe, das jüngste Kind erkrankte sehr schwer. Unser Semester hat Geld eingesammelt, um der Familie etwas schönes davon zu kaufen. Nicht weil die Familie so dringend etwas schönes braucht, sondern wegen der sozialen Kraft, die dieser Gabe innewohnt. Somit wären wir dann bei den Klausur Vorbereitungen, denn das sind Formulierungen, die müssen sitzen. Was ist ein Warentausch, was ist ein Gabentausch? Warum wird gegeben, warum wird erwidert? Alles Fragen, die sich die Ethnologen weltweit stellen. Dann beobachten sie die Menschen (Feldforschung) und schreiben anschließend eine flotte Monographie (Buch) über die gewonnen Daten und Erkenntnisse.
Zurück zu der sozialen Kraft, die der Gabe innewohnt. Die habe ich bei der Sammlung ganz deutlich gespürt. Unser erstes Semester reduziert sich weiter und die verbleibenden Studenten kommen in einen engeren Kontakt. Das ist ein schöner Prozess, und ich versuche vorsichtig daran teilzuhaben.
Morgen bekommen wir Besuch von einem Forscher, den eine Ethnie der Xingúanos besucht hat. Ein Thema, mit dem wir uns in exemplarischer Ethnographie auseinandersetzen. In der letzten Woche habe ich einen Vortrag über die Malerei der Xingúanos gehalten. Ein spannendes Thema, wie ich finde. Beide Hausarbeiten, die ich zu schreiben habe werden sich mit diesem Thema beschäftigen. Vortrag kann ich immer noch, und darüber bin ich dankbar. Oft habe ich das Gefühlt, ohne Abitur den Mitstudenten extrem hinterher zu hinken. In empirischer Sozialforschung werden Formeln an die Wand geworfen, so was habe ich im Leben noch nicht gesehen. Auch das ich, außer Englisch, keine weitere Fremdsprache beherrsche unterscheidet mich deutlich. Auch mein Englisch ist nach wie vor verbesserungswürdig, so das ich einen englisch-schreib-Kurs dazugewählt habe. Die Leitung des Kurses ist ausgesprochen nett, und gebürtige Amerikanerin. Sie spricht so englisch, wie ich es verstehe und gewohnt bin. Ich habe ein halbes Jahr in Charleston, South Carolina, gewohnt und dort eine Sprachschule besucht. Ist 13 Jahre her, und hilft mir heute echt weiter.
Soweit für heute, ich geh dann mal lernen……