Der erste Tag als Ersti

Das war er nun also, mein erster Tag als Erstsemester an der Universität Hamburg.
Heute ging es mit einem Seminar los: Studieren ohne Abitur!
Bei diesem Seminar treffen sich die Menschen, welche über eine berufliche Qualifikation oder eine Eignungsprüfung ihre Hochschulzugangsberechtigung bekommen haben. Also Erwachsene Menschen mit beruflicher und privater Lebenserfahrung. Und diese Menschen wollte ich gerne kennen lernen. Um es vorweg zu nehmen, ja ich bin der einzige Ersti über 50. Werde aber dich gefolgt von einer 49 jährigen Goldschmiedin. Gefühlt die Hälfte der Seminarteilnehmer/innen sind gelernte Erzieher/innen. Und einen Haufen angehende Lehrer und Sozialökonome gibt es auch. Aber auch Philosophen, Physiker und andere Studienfächer. Ethnologen leider keine, außer mir.
Wir begannen mit der obligatorischen Vorstellungsrunde, welche wirklich interessant war. Im Anschluss ging es darum ob Studium Weg oder Ziel ist, und für viele von uns ist es die logische Fortsetzung unseres Lebensweges. Zu diesem Thema haben wir uns in Gruppen aufgeteilt um verschiedene Fragestellungen zu erörtern. So ging es auch sehr darum, warum und wieso wir zu diesem Zeitpunkt studieren und was wir uns von dem Studium erhoffen.
Ich überrasche mich gerne selbst und musste feststellen, das ein weiterer Ausbau meines Selbstbewusstseins ein erhofftes Ziel ist, sowie Selbstverwirklichung. Mein Kollege aus der Physik sprach davon, wie gerne er den Dingen auf den Grund geht, er mehr von dem großen ganzen Verstehen will, um das Ganze kritisch zu hinterfragen. Es war, als hätte er meine Gedanken laut ausgesprochen. In einem passenden Moment fragte ich ihn, ob er schon mal einen Intelligenz-Test bei MENSA gemacht habe und er antwortete mir, das er Mitglied bei MENSA sei. Wie schon gesagt, da braucht man einen IQ von 130 und so war ich entsprechend beeindruckt. Wohlgemerkt. der Mann sitzt auch in dem Seminar „Studieren ohne Abitur“. Die Gleichung „Hochbegabt=Abitur und toller Job“ geht also nicht auf. Ich hoffe, ihn auf dem Campus wieder zu treffen, denn ich glaube, wir haben uns viel zu erzählen.
Die Mittagspause verbrachte ich in der Mensa des Studierendenwerkes. Außer mir waren viele über 50 jährige anwesend, so das ich nicht weiter auffiel.
Am Nachmittag gab es einen Menge organisatorischer Infos von denen ich vor allen Dingen  behalten habe: Macht euch keinen Stress! Man darf Klausuren 3 mal wiederholen. Man dar Klausuren schlecht schreiben. Man darf das Studium genießen!

Nun folgt an der Uni die Willkommenswoche mit Führungen über den Campus, Nachtwanderungen durch St. Pauli und St. Georg und dergleichen mehr.
Das werde ich mir schenken und am Montag mit der Orientierungswoche beginnen. Bis dahin mach ich noch ein wenig Herbstferien!