Aller Anfang ist schwer oder die Orientierungswoche an der Uni

Mein erster Uni Tag

begann mit einer offiziellen Begrüßung aller Studierenden der Fachschaft Kulturwissenschaften, in dem Hörsaal das Hauptgebäudes an der Edmund Siemers Allee (ESA).
Neben Ethnologen sitzen dort Archäologen, Musikhistoriker, Volkskundler, Kunst- und Kulturgeschichtler. Der Raum war pickepacke voll mit Erstsemestlern (Erstis), alle etwas nervös genauso wie ich. Ich schaute sehr oft durch den Raum, ob ich jemand gleichaltrigen entdecke, aber Fehlanzeige. Ich bin die Älteste. Kurz vor beginn der Veranstaltung setzt sich noch eine ältere Frau zu den Ethnologen. Ich schaue sie an, sie mich, kurzes Lächeln, dann beginnt die Begrüßung. Alle Gruppen bekommen zwei Tutoren zugeteilt und anschließend geht es ab, ins Fachschaftsgebäude.
Unser Haus ist sehr schön, denn es wachsen Bäume darin. So schaut es aus:

Fachschaftsgebäude Kulturwissenschaften

Es liegt an der Edmund Siemers Alle im Flügelgebäude West und heißt somit ESA W.
Wir wurden in einen recht großen Unterrichtsraum geführt, der mit 50 angehenden Ethnologen komplett überfüllt war. Wir bekamen den Stundenplan für die Orientierungswoche (OE) und begannen mit den ersten Kennenlernspielen. Das hörte sich interessant an, was meine neuen Kollegen (Kommilitonen) zu sagen hatten, auch wenn Sie alle so viel jünger sind als ich.

Ich gebe zu, an diesem ersten Tag fühlte ich mich wie auf dem Mars gelandet. So viele junge Leute im Alter meines großen Sohnes, wie sollte ich mit denen ein gemeinsames Thema finden, jenseits der Ethnologie? Wie würde ich meine Pausen verbringen? Ich begann mich unsicher zu fühlen, in dieser neuen Umgebung und es kamen ein paar Fluchtgedanken hinzu. Das ging wohl auch der älteren Frau so, die sich zu Beginn zu uns gesetzt hatte, denn die war plötzlich verschwunden und ist bis heute nicht mehr aufgetaucht.
Wir bekamen Unmengen an neuen Informationen an diesem ersten Tag, wir besuchten den Campus, die Mensa und das Rechenzentrum. Wir erstellen w-lan Zugänge, Informationsnetz- Zugänge (STINE), lernten virtuelle Räume kennen, in denen Unterrichtsmaterialien abgelegt werden (AGORA) und so vieles mehr. Am Abend summte mein Schädel und so sollte es auch für den Rest der Woche bleiben.

Am kommenden Tag ging es dann ab Richtung Stundenplan. Es geht um Module, Leistungspunkte (LP), Haupt- und Nebenfächer (HF/NF), Vorlesungen, Seminare, Tutorien, Exkursionen, Studiendauer, Studienfachwechsel und und und…..
Zwischendurch und mittendrin gab es auch immer wieder Gelegenheit zu Gesprächen mit meinen Bank und Tischnachbarn und so langsam bekam ich mit, dass es noch weitere ältere Kommilitonen gibt, 42-, 35- und 28- jährige sind dabei, viele haben schon eine Ausbildung oder ein anderes Studium absolviert und viele waren über eine längere Zeit im Ausland. Eine Mittagspause verbrachte ich mit zwei 19 jährigen und musste feststellen, das auch wir uns etwas zu sagen haben. Ich muss sagen, dass machte mich wirklich froh!
Am folgenden Tag gab es eine Einführung durch unseren Studienberater in den Aufbau des Studiengages, alles wichtige zum An-Ab- und Ummelden der Kurse, Prüfungsanmeldungen und so vieles mehr. Am Nachmitttag das ganze nochmal für mein Nebenfach Politik. Ich wankte erschöpft nach Hause und schlief um 21:00 Uhr ein.
Am kommenden Morgen überprüfte ich meinen Stundenplan und ich glaube, er ist gut, Für jede Stunde Unterricht an der Universität muss man eine weitere Stunde Vor und Nachbereitung einrechnen. Ich will es erst mal vorsichtig angehen lassen, denn neben dem Studium habe ich noch meinen 13 jährigen Sohn zu betreuen, einen Haushalt zu führen, einen Blog und Artikel zu schreiben und zu fotografieren. Und mich selbst hab ich ja auch noch, und ich weiß, ich muss gut für mich sorgen.
An diesem Morgen trafen wir uns nicht an der Universität sondern am Museum am Rotherbaum für Kulturen und Künste der Welt. Mein absolutes Lieblingsmuseum in Hamburg, schon IMMA. Und zu meinem großen Glück dürfen wir den wunderschönen Hörsaal benutzen

Hörsaal Museum Rotherbaum

und noch besser und schöner: die Museumsbibliothek (Bibliothek=Bib) mit dem wohl schönsten und kleinsten Lesessaal der Stadt.
Hier eine Innenansicht:

Historische Bücher Museumsbib

im Leesesaal Museumsbib Rotherbaum

Den Abend beschlossen wir in einer Bar, denn trinken von großen Alkoholmengen ist ein beliebter Studentensport. Ich wollte der Jugend zeigen, dass die Alten auch feiern können und hielt bis 23:30 Uhr durch. Es war ein wirklich schöner Abend, mit spannenden und lustigen Gesprächen und Momenten. Ich freue mich sehr, das ich dabei sein kann und dass in jeglicher Hinsicht!